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Arizona Cardinals

Arizona Cardinals: Super Bowl oder nichts?

Die Arizona Cardinals dieser Tage beruhen auf drei sturmerprobten, massiven Säulen: einem erfahrenen Quarterback, einem hoch talentierten, aber in die Jahre gekommenen Wide Receiver und einen mindestens genauso intelligenten wie körperlich angeschlagenem Head Coach. Weil keiner der drei Cardinal – Veteranen bisher einen Super Bowl – Ring am Finger trägt, sich deren Karrieren aber möglicherweise dem Ende nähern, ist der arizonische Hunger diesmal so groß wie noch nie zuvor.

Als Head Coach Bruce Arians vor kurzem seine Biographie „The Quarterback Whisperer“ veröffentlichte, enthüllte er damit gleich auch so viele Details über seine lange Karriere in der NFL, dass sich ganz Football – Amerika beeindruckt zeigte. So räumt er in dem 256 Seiten starken Buch ein, dass er im Februar wegen eines Tumors ein Teil seiner Niere operativ entfernen lassen musste. Arians Kampf mit dem Krebs währt nun schon seit vielen Jahren: bereits 2003 litt er unter Hautkrebs, wenige Jahre später folgte 2007 ein Tumor in der Prostata. Zu dem Krebs kommen außerdem Herzprobleme, unter denen der 64jährige ebenfalls seit Jahren leidet und die ihn immer wieder außer Gefecht setzen. Ob es unter solchen Bedingungen realistisch ist, dass Arians nach der kommenden Saison nochmal antreten können wird, ist also extrem zu bezweifeln.

So bekommt die nächste Spielzeit für den Head Coach nochmal eine ganz andere Bedeutung, denn es könnte sich um seine letzte Chance handeln, seinen ersten Superbowl – Ring als Cheftrainer mit nach Hause zu nehmen. Als Assistent gelang ihm dies zwar in Pittsburgh bereits zwei Mal, doch es ist eben eine ganz andere Sache, einen Super Bowl als Kapitän des ganzen Schiffes zu gewinnen.

Wie also bereitet Arians das Team vor? Der aktuelle Schwerpunkt des Coaching Staff liegt darauf, den Roster für Spiele zu trainieren, die in den letzten Minuten entschieden werden, was den Cardinals in der letzten Saison bekanntlich immer wieder Probleme bereitete. Gearbeitet und personell ausgetauscht wurde auch bei den Special Teams, ihrerseits ebenso ein Quell konstanter Sorge in der Vergangenheit. Wie hingegen die Defense nach den Weggängen von integralen Figuren wie Calais Campbell und D.J. Swearinger auftreten wird ist absolut fraglich. Zwar wurde seitens des Team rund um GM Steve Keim für angemessen Ersatz gesorgt, aber ob ein Robert Nkemdiche oder ein Haason Reddick sofort ihr Talent abrufen können, ist einfach nicht sicher. Aber lassen wir die Kirche im Dorf: wenn man an den Honeybadger Tyrann Mathieu, an Chandler Jones, Karlos Dansby und Patrick Peterson denkt , weiß man dass der Depth Chart der Cardinals absolut solide aussieht.

Ein NFL – Team steht und fällt aber auch mit seinem Quarterback, der im Falle der Cardinals allerdings immer wieder in den letzten Jahren von der Beendigung seiner Karriere sprach. Mal abgesehen von solchen Statements, die Footballspieler auch gerne mal zur Verbesserung der eigenen Vertragskonditionen äußern, sieht der Cheftrainer den Cardinals – QB Carson Palmer „dank der großartigen Sportmedizin im Körper eines 28jährigen“, wie er kürzlich gegenüber CBS Sports erklärte. Um Palmer und seinen in der Vergangenheit bereits ausgerenkten Zeigefinger zu schonen, verordnete Arians in der Zeit der Trainingscamps mehr Entspannung und weniger Übungseinheiten.

Dann war da ja noch Larry Fitzgerald, dem man wie Palmer nachsagt der Benjamin Button der NFL zu sein. Trotzdem gibt es da draußen eine Armee von Zweiflern, die dem Wide Receiver nachsagen, schon lange nicht mehr auf der Höhe seiner Zeit zu sein. Sie haben in einem Punkt recht: die Magie des Fitzgerald kann sich nur entfalten, wenn er einigermaßen aufgeräumte Laufwege nach vorne und Palmer eine freie Wurfbahn hat. Auch deswegen wird der Highspeed – Wide Receiver John Brown an der Seite von Fitzgerald versuchen, das Game der Cardinals nach vorne zu bringen, was er bei voller körperlicher Fitness zwar leisten kann, aber wegen einer Zyste im Bereich der Wirbelsäule in der letzten Saison nicht zeigen konnte. Letzter Stand an dieser Front ist zumindest, dass Brown gesund und motiviert in die neue NFL – Spielzeit starten wird.

Der Birdgang wohl gesonnen waren in diesem Jahr besonders die Architekten des neuen Spielplanes, der es den Cardinals ermöglichen wird, die Regular Season mit Spielen gegen mittelmäßige Teams wie den Lions in der ersten Woche und den Colts in der zweiten Woche zu beginnen. Wenn es der Roster dann schafft, den Auftrieb aus den ersten beiden Matches zu nutzen um den Cowboys gegenüber in der dritten Woche als souveräner Gegner aufzutreten, würden im weiteren Verlauf die 49ers und die Eagles warten, was eine absolut machbare Aufgabe wäre. So gesehen macht daher auch der Spielplan absoluten Grund zur Hoffnung.

Am Ende des Tages sieht es also ganz gut aus für die Arizona Cardinals – doch weil gut nicht reicht um einen Super Bowl gegen bis an die Szene bewaffnete Teams wie die ´17er Raiders, Patriots und Seahawks zu gewinnen, bleibt nur zu hoffen, dass die Squad den Spielplan auf der einen Seite und den unendlichen Hunger seiner drei Säulen anderseits dazu nutzen kann, aus dem Cardinal einen Raubvogel zu machen. Wenn dazu auch Player wie David Johnson und Mike Iupati gesund bleiben, gibt es umso mehr Grund zum Optimismus. Wo wir schon bei David Johnson sind: seit Mai sucht der gute Mann nach einem Steakhouse in Arizona, welches seine heißgeliebte Yum Yum – Sauce im Angebot hat. Kann dem Mann denn niemand helfen?

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