Chain Crew

Chain Crew – was ist denn das ?

Chain Crew (Kettenmannschaft) – dreiköpfige Gruppe von Schiedsrichterassistenten, welche mit Hilfe zweier großer Schilder und einer dazwischen gespannten Kette die Distanz zum nächsten Down anzeigen. Die Schilder werden im Football „Down Marker“ genannt. Die Chain Crew wird außerdem während eines Spieles vom Schiedsrichter auf das Spielfeld gerufen, wenn es darum geht auf dem Feld nachzumessen, ob ein neues Down erreicht wurde. Diesen Vorgang nennt man „Measurement“.

 Chain Crews sind lebende NFL – Geschichte

Seit über 100 Jahren misst man in der NFL die im Football so wichtige Distanz von 10 Yards auf eine alt hergebrachte Weise: mit Hilfe von zwei Plastikschildern, zwischen denen eine 10 Yards lange Kette gespannt ist. Was für den Zuschauer am Fernseher die von den Sendern eingeblendete gelbe First Down – Linie ist, wird auf dem Spielfeld durch die beiden Schilder signalisiert. Diese zeigen entweder den Spielern in der Offense an, wie viele Yards sie noch benötigen, um ein neues Down zu bekommen oder den Spielern in der Defense, wie viel Raum sie noch verteidigen müssen.

Der Einsatz der Chain Crews wurde erstmals 1907 in Spalding’s Official Foot Ball Guide festgelegt: „To assist in measuring the progress of the ball it is desirable to provide two light poles about six feet in length, connected at their lower ends with a stout cord or chain 10 yards in length“, heißt es da.

Im Gegensatz zu einer wahrscheinlich viel präziseren Lasertechnologie sind ist das Ketten – Messsystem enorm fehleranfällig – allerdings gibt es gegen den Einsatz einer solchen Technologie eine Reihe von Bedenken. Zum einen wären Lasersysteme mit einem Anschaffungspreis von einer halben Millionen Dollar pro Stadion extrem teuer, zum anderen ist ihre Zuverlässigkeit bisher noch gar nicht erwiesen. Auch wenn es eher wie ein Argument alter Leute wirkt, zeigen sich viele NFL – Offizielle wegen „umherfliegender Laserstrahlen“ tatsächlich besorgt um die Sicherheit ihrer Spieler.

Zwei Rods, ein Box

Chain Crews, die man übrigens auch Chain Gangs nennt, bestehen aus drei Mitgliedern: dem Rear Rod Man, dem Forward Rod Man und dem Box Man. Wie schon die Namen unschwer erkennen lassen, ist es die Aufgabe des Rear Rod, mit dem Down Marker den Startpunkt des aktuellen Downs zu markieren. Der Forward Rod Man steht 10 Yards in Richtung des gegnerischen Goals mit dem zweiten Down Marker auf dem Spielfeld.

Der Box Man ist für die DIAL-A-DOWN Box oder Down – Box verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine große schwarze Box, in der sich ca. 30 cm große Flip – Zahlen von 1-4 befinden. Diese sollen natürlich das jeweilige Down anzeigen und machen damit auch deutlich, wie viele Versuche einer angreifenden Mannschaft für ein neues Down noch bleiben. Häufig befindet sich die Box auf der Spitze eines langen schwarzen Plastikstabes.


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Chain Crews leben gefährlich

Eigentlich ist die Position der Rods und des Box Man die beste, die man im gesamten Stadion haben kann, denn sie stehen nicht nur direkt auf dem Spielfeldrand, sondern wirklich immer inmitten des Geschehens. Diese exponierte Position führt aber auch dazu, dass die Mitglieder der Chain Crew regelrecht über den Haufen gerannt werden. Läuft ein Spieler nämlich in Richtung der Seitenlinie, bleibt er selten an dieser stehen, was im Zweifelsfall bedeuten kann, dass einer der Schiedsrichterassistenten aus vollem Lauf von diesem getackled wird. Je nach Gewicht des Spielers kann sich das schon mal anfühlen als ob man von einem Zug überfahren wird.

Dazu kommt, dass das einzige, was bei der Chain Crew gepolstert ist, die Down Marker sind. Während also die Plastikschilder mit Schaumstoff verkleidet sind um das Verletzungsrisiko für Spieler zu minimieren, tragen die Schiedsrichterassistenten lediglich ein Trikot oder eine spezielle Weste und somit dem freien Spiel der Kräfte ausgeliefert.

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 Foto: Jeffrey Beall, veröffentlicht unter der CC BY-SA 2.0– Lizenz. Es wurde keine Änderungen vorgenommen. 

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