Lateral Pass

Lateral Pass im American Football – Wasn dasn?

Lateral Pass – Querpass. Seitwärts parallel zur Line Of Scrimmage oder rückwärts zu einem anderen Spieler geworfener Pass.

Was ist ein Lateral Pass ?

Die erste Frage, die sich im Zusammenhang mit lateralen Pässen aufdrängt, ist, was das Ganze überhaupt soll, wenn es doch viel sinnvoller wäre, den Football immer nach vorne zu werden. Zur Beantwortung dieser Frage genügt ein kurzer Blick in das Regelwerk der NFL. Dieses gibt nämlich vor, dass ein Vorwärtspass:

  • nur von der Offense geworfen werden darf
  • nur einmal pro Spielzug geworfen werden darf
  • nur von hinter der Line Of Scrimmage geworfen werden darf
  • nur von eligible Receivern gefangen werden darf
  • einen Spielzug beendet kann wenn der Football von niemandem gefangen wird

Für den lateralen Pass gilt keine dieser Regeln, weshalb er sowohl für die Offense, aber auch für die Defense grundsätzlich eine Option ist.

Warum wird der Lateral Pass nur selten durchgeführt?

Das größte Risiko im Zusammenhang mit dem Wagnis – Manöver Lateral Pass ist der Ballverlust und die damit verbundene Gefahr, dass die gegnerische Mannschaft den Football in Besitz nimmt. Ein solcher Turnover hätte massive Folgen, bedeutet er doch, dass der Spielzug der angreifenden Mannschaft beendet ist und das Angriffsrecht auf die Seite der gegnerischen Mannschaft wechselt.

Andererseits kann der Lateral auch als Basis für verrückte Trickspielzüge und damit für völlig unerwartbare Konzepte des Raumgewinn dienen, welche eine gegnerische Defense regelrecht lahmlegen können. Ein legendäres Beispiel für ein solches Manöver ist das Standford Band Play, welches auch als „The Play“ oder das „Greatest Play In College History“ bekannt ist.

The Play – Lateraler Wahnsinn

Am 20. November 1982 trafen die beiden College – Erzrivalen Stanford Cardinal (Stanford University) und California Golden Bears (Berkely University Of California) aufeinander. Stanford führte unter der Leitung von Quarterback John Elway vier Minuten vor dem Ende mit nur einem Punkt. Dies nach einer wilden Schlacht, welche oft auch von den Bears dominiert wurde.

In Folge eines letzten Kicks von Stanford legten die Bears beim Kick Return die Defense ihrer Gegner mit fünf (!) aufeinander folgenden, lateralen Pässen komplett lahm. Einen dieser Pässe warf der Bears – Wide Receiver Mariet Ford sogar rückwärts ohne hinzusehen über seinen Kopf auf den Anführer des Rushes, ein gewisser Kevin Moen. Ford wurde 1998 zu 45 Jahren Gefängnis wegen Mordes an seiner Frau und Tochter verurteilt, aber das ist eine andere Geschichte.

Moen, ein Defensive Back, schaffte es jedenfalls unfassbarer Weise sich mit Hilfe seiner Teamkollegen weit Richtung Endzone vorzuarbeiten. Doch 20 Yards vor der Goal Line stand schon die Stanford Marching Band auf dem Feld, die sich in Stellung gebracht hatte, weil das Spiel bereits praktisch zu Ende war. Was machte also Kevin Moen? Der Wahnsinnige stürmte durch die auf dem Feld stehenden Musiker und nagelte den Football auf dem Kopf eines Trompetenspielers fest, wodurch die California Golden Bears mit 25-20 Stanford besiegten. Unglaublich. Zum Glück gibt es einen Videobeweis dieses geisteskranken Spielzuges:

Übrigens: Wenn du mal eine Immobilie im Raum Long Beach, California kaufen willst, kannst du Kevin Moen sogar mal persönlich kennenlernen, denn genau das ist heute sein Job. Hier findest du seine Website. 

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Foto: Keith Allison, veröffentlicht unter der CC BY SA 2.0 – Lizenz. Es wurden keine Änderungen vorgenommen.

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