Tim Tebow

Tim Tebow und das Tebowing : Was ist das?

Tim Tebow – ehemaliger NFL – Quarterback, der durch seinen sehr öffentlich ausgeübten Glauben in den USA und darüber hinaus außerordentlich bekannt wurde. Nach fünf Jahren in der NFL wechselte Tebow in die Major League Baseball.

Tim Tebow –  wer ist das?

Er war der Posterboy erzkonservativer Kreise in den USA, der Held des Bible – Belt: Tim Tebow, zuletzt Quarterback der Philadelphia Eagles, hat sich ohne jeden Zweifel für alle Zeiten seinen Platz in der Geschichte der NFL gesichert. Dies gelang ihm indes nicht wegen seiner sportlichen Qualitäten, sondern eher wegen seiner außergewöhnlichen Zurschaustellung seines christlichen Glaubens.

Aber beginnen wir am Anfang. Nach einer mehr als vielversprechenden College – Karriere, während der er massenweise Trophäen und Auszeichnung abräumte (darunter auch die Heisman Trophy), wurde Tebow 2010 von den Denver Broncos in die NFL gedrafted. Was folgte, war eine zunächst vielversprechende Saison 2011, in der er die Broncos aus einem Loch von einem Sieg und vier Niederlagen holte und bis zum Gewinn der AFC West führte.

So schnell sich die sportliche Begeisterung der Broncos – Fans für ihren neuen Quarterback einstellte, so schnell war sie wieder verflogen. Denn bei genauerem Hinsehen entpuppte sich Tebow als enorm unpräzise und damit anfällig für schwache Pässe und Ballverluste: ganze 12 Fumbles, darunter sechs in fünf Spielen in Folge, gingen in der Saison 2011 auf das Konto des Spielers. Die durchweg mangelhaften Leistungen veranlassten den CBS NFL – Analyst Boomer Esiason damals zu einem knallharten Urteil: „He can’t play. He can’t throw“.

Nach dieser für ihn persönlich desaströsen Saison bekam der auf den Philippinen geborene Tebow keinen Fuß mehr in der NFL auf den Boden. 2012 signten ihn die New York Jets, bei denen er in 12 Spielen gerade einmal acht Pässe warf und die er nach einer Rippenverletzung in der Folgesaison Richtung New England verließ. Nach schwachen Leistungen in der Preseason 2013 feuerten ihn die Patriots noch vor dem Beginn der Regular Season. Offenbar schon in Erwartung seiner endenden Football – Karriere heuerte Tebow im Dezember 2013 bei einem ESPN-nahen Fernsehsender als Kommentator an. Im April 2015 stieg er dann das letzte Mal als Quarterback in den Ring – für die Philadelphia Eagles, welche Ihn aber schon nach vier Preseason – Spielen wieder feuerten.


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Was ist die Tebow Rule ?

Wenn Tebow in der NFL also eher zu den Tieffliegern gehörte, warum kräht dann bis heute auch nur ein Hahn nach ihm? Ganz einfach: weil er seinen Glauben auf eine noch nie gekannte Weise und bis an die Grenze zur Missionierung zelebrierte.

Dazu muss du wissen, dass Tebow als Sohn christlicher Missionare im Raum Manila in einer Art Baptisten – Pfarrheim aufwuchs, in welchem er von seinen Eltern zuhause unterrichtet und im Bezug auf den christlichen Glauben geschult wurde. Erst im Alter von 16 Jahren zog er in die USA, um aktiv seiner Footballkarriere nachzugehen. Die illustere Geschichte des Tebowschen Lebenswandels wurde schon in dieser Zeit rund um das Jahr 2003 von zahlreichen Medien aufgegriffen.

Zum ersten Mal offensichtlich wurde der Missionierungseifer Tebows, als dieser die Quellenangaben von Bibelversen auf seinen Pflastern unter den Augen (Eye Black) bei Spielern trug. Das Konzept schlug ein wie eine Bombe: so löste er 2009 nach einem beim Super Bowl der Colleges getragenen Bibelvers ganze 90 Millionen(!) Suchanfragen bei Google innerhalb von 24 Stunden aus. In Reaktion darauf führte die NCAA (die NFL der Colleges) 2010 die „Tebow – Rule“ ein, welche das Tragen von Nachrichten auf Augenpflastern verbot. Zwar wehrte sich die NCAA gegen Eindruck, dass die Regel in Zusammenhang mit Tebow stehen könnte, allerdings verwendete die Presse hartnäckig diese Bezeichnung.

Was ist das Tebowing ?

Es war der 23te Oktober 2011, als Tim Tebow die nächste Bekanntheitswelle zu seinen Gunsten provozierte. An diesem Tag spielten Tebows Broncos gegen die Dolphins und lagen dabei drei Minuten vor Spielende mit 15-0 zurück. In einer von der Presse nachträglich als Wunder bezeichneten Aufholjagd besiegten die Broncos die Dolphins doch noch mit 18-15 in der Overtime. Während seine Teamkollegen kurz vor Ende des Spieles bereits am Seitenrand feierten, kniete Tebow mit der Stirn auf seiner Faust, was die umstehenden Kameras sofort aufnahmen. Das Tebowing war geboren.

Bekannt wurde der Move durch ein nachgestelltes Foto der Szene, welches von einem Broncos – Fan auf Facebook hochgeladen wurde. Das Foto ging derart viral und provozierte so viele Nachahmer, dass sich der Fan namens Jared Kleinstein entschied, eine Website mit dem eindeutigen Titel Tebowing.com zu starten. In wenigen Tagen erreichte die Seite 1 Millionen Seitenaufrufe, was das Tebowing zum nationalen Phänomen in den USA machte.

Die Website gibt es übrigens noch heute und liefert ganz nebenbei eine wunderbare Definition dessen, was mit Tebowing gemeint ist: „What is Tebowing? To get down on a knee and start praying, even if everyone else around you is doing something completely different.“

Noch mehr über Tim Tebow kannst du in dieser NFL – Dokumentation erfahren:
The Book Of Tim Tebow

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Foto: Intel Free Press, veröffentlicht unter der CC BY SA 2.0 – Lizenz. Es wurden keine Änderungen vorgenommen.

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