Odell Beckham Los Angeles
New York Giants

Sorry, Eli: Darum wird Odell Beckham ein L.A. Ram werden

Ein Gespenst geht um in der NFL – Das Gespenst des Odell Beckham. Seit Tagen halten sich hartnäckig Gerüchte, laut denen der Star – Wide Receiver der New York Giants den Big Apple verlassen könnte. Sowohl die Rams, die Browns als auch die 49ers waren bisher als mögliche, neue Arbeitgeber im Gespräch. Oder bleibt OBJ letztlich doch in New York City?

Odell Beckham liebt nicht Los Angeles, er ist es

Los Angeles – Stadt der Engel, der Reichen und Extrovertierten, der Strände und der niemals untergehenden Sonne. Odell Beckham liebt die kalifornische Metropole, welche ihn schon entlang seiner ganzen Karriere prägt: in Hollywood trainiert er seit Jahren bei seinem Personal Trainer Jamal Liggins, mit dem er sich zuletzt auf die 2017er – Saison vorbereitete und bei dem er sich aktuell von seiner Knöchelverletzung erholt. 2016 lebte er in der Offseason für Monate in der YOLO – Villa des Rappers Drake, welche direkt am Rande der Metropole in der kalifornischen Kleinstadt Calabasas gelegen ist.

Überhaupt liebt es Beckham, sich in die Gesellschaft der Reichen und Schönen von L.A. zu begeben: mal datete er einen Disney – Star bei den Grammy Awards, mal Khloe Kardashian, mal Iggy Azalea oder feierte mit dem Rapper Wale am Sunset Boulevard. Selbst OBJs größten Idole sind eng mit der Stadt Los Angeles verbunden. Da wäre beispielsweise Kobe Bryant, der jahrelang die Los Angeles Lakers anführte und dem Beckham seit seinem vierten Lebensjahr begeistert zusah. Oder Michael Jackson, welcher seine Durchbruch – Alben „Off The Wall“ und „Thriller“ in einem Studio am Santa Monica Boulevard aufnahm und dessen Gesicht der Wide Receiver auf seiner Wade trägt.

Genau diesem Odell Beckham Junior, der Los Angeles nicht liebt, sondern mit seinem extrovertierten und humorvollem Verhalten lebt, scheint sich jetzt die Möglichkeit zu eröffnen, in der Metropole professionell Football spielen zu können. Kann er sich diese Chance wirklich entgehen lassen?

Die kühle New Yorker Realität

Fakt ist, dass der Vertrag zwischen Odell Beckham und den New York Giants nach dem Ablauf der kommenden Saison enden wird. Beckham hat deswegen mehrfach klargestellt, dass er das Spielfeld ohne eine geklärte Vertragssituation nicht betreten wird. Richtig positive Signale kommen aus der Richtung seines aktuellen Arbeitgeber rund um den Giants –  Besitzer John Mara allerdings nicht, ganz im Gegenteil. So erklärte Mara kürzlich beim jährlichen Treffen der Liga – Besitzer in Florida: „When you’re coming off a season when you’re 3-13 and played as poorly as we played, I wouldn’t say anybody’s untouchable.“

Niemand ist unantastbar – eine brandgefährliche Aussage Maras in einer solchen Situation. Das muss dem Giants – Boss irgendwann auch bewusst geworden sein, weshalb er sein eigenes Statement wenige Tage später entschärfte und sich zu seinem Wide Receiver bekannte: „I want him to be a Giant. I can’t say it’s a 100% guarantee it will happen.“ Der Schaden war da aber trotzdem schon entstanden.

Entsprechend versuchte David Gettleman, der neue Manager der Giants, die Wogen am Dienstag wieder etwas zu glätten. So bekannte sich der Ex – GM der Panthers klar zu OBJ: „Er gehört zu unserem Team“, ließ er die versammelte Presse bei einer kurzfristigen einberufenen Konferenz wissen.

Wie aber muss sich ein Beckham gefühlt haben, als er erfuhr, dass an seinem Namen von Seiten der Giants bereits ein Preisschild in Form von zwei Erstrunden Draft – Picks hängt? Vermutlich hat er ganz einfach an der Ehrlichkeit des Front Office der Giants gezweifelt. Auf Seiten der Franchise dürfte die eindeutig zweideutige Kommunikation indes trotzdem ehrlich sein – natürlich will man den schlecht bezahlten Wide Receiver aus sportlichen Gründen auch weiterhin im Team haben, ist aber von dessen Verhalten schlicht nur noch genervt.


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Die Anzeichen verdichten sich

Entsprechend überrascht es wenig, dass Beckham laut eines Reports der New York Daily News  bereits einzelnen Spielern der Rams mitgeteilt haben soll, dass er schon bald mit ihnen zusammen spielen möchte. Auch von Seiten der Franchise werden nur positive Signal gesendet: so zitierte die Los Angeles Times gestern Todd Gurley mit Sätzen wie „es wäre awesome, wenn er zu uns kommen würde“ und „der Coach, der Besitzer, alle würden sich freuen“.

Dazu kommt, dass eine Einigung zwischen OBJ und den Giants gar nicht so einfach wird. Beckham erwartet nämlich, der bestbezahlteste Wide Receiver der gesamten Liga zu werden. Diesen Titel hält momentan Mike Evans, der sich am Anfang des Monats mit Tampa Bay auf einen 5 – Jahres – Deal im Wert von 82,5 Millionen Dollar, also 16 Millionen Dollar pro Jahr, einigte. Misst man daran die halbherzigen Bekenntnisse der Giants zu Beckham, fällt es wirklich schwer sich vorzustellen, dass sie bereit sind ihm zwischen 17 und 20 Millionen Dollar pro Jahr zu zahlen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass sich die Giants momentan in einem gigantischen Umbauprozess befinden, in dessen Folge bereits der General Manager, der Head Coach und Spieler wie Dominique Rodger Cromartie und Jason Pierre – Paul gefeuert wurden. Das beweist, dass John Mara durchaus den Mut hat, harte Entscheidungen zu treffen – also wäre es nur konsequent, Beckham jetzt gehen zu lassen und beim Draft dann für einen guten Ersatz für ihn und Eli Manning zu sorgen.

Odell Beckham liebt das Nachtleben von L.A.
Odell Beckham liebt das Nachtleben von L.A.

Die Rams brauchen dringend einen Star

Aktuell lässt die Popularität der seit einem Jahr wieder in Los Angeles spielenden Rams mehr als zu wünschen übrig. So kann die Franchise bei Heimspielen nicht mal ihr Heimstadion füllen. In den letzten 25 Jahren verloren die Rams 26.087 zahlende Besucher, was einen absoluten Negativrekord in der Liga darstellt.

Während der Support außerhalb des Spielfeldes also eher mau aussieht, sieht es darauf schon viel besser aus. Die Rams spielten 2017 mit einem finalen Standing von 11-5 und 29,9 Punkten pro Spiel nämlich eine wirklich gute Saison. Dies lag vor allem am Offensive Coordinator Matt LaFleur, der die Offense rund um Jared Goff, Todd Gurley, und Tavon Austin zur besten Offense der gesamten Liga formte.

Was der Franchise aber fehlt, ist der Glanz eines Superstars in ihren Reihen und die damit oft automatisch folgende Anerkennung der Fans in der Heimatstadt und darüber hinaus. Ein Mann, dessen Trikots die Fans kaufen, den sie live in einem Stadion erleben wollen und der dafür sorgt, dass sich endlich mal eine größere Menge von Menschen mit der Franchise identifiziert. Die Panthers haben Cam Newton, die Raiders Marshawn Lynch, die Cardinals Larry Fitzgerald – aber wen haben die Rams? Genau deswegen brauchen sie dringend einen charismatischen Spieler vom Format eines Odell Beckham.

Ndamukong und der Hütchenspieler – Trick

Wie aber wolle die Rams es nun bewerkstelligen, OBJ nach Los Angeles zu holen? Nun, höchst aufschlussreich im Bezug auf die Beantwortung dieser Frage war zuletzt der erfolgreiche Transfer von Ndamukong Suh.

Faktor Eins: Cash Money, Baby

Wegen ihres vor dem Deal noch großzügigen Cap Space legten die Rams für den Defensive Tackle eine Stange Geld auf den Tisch. Ganze 14 Millionen Dollar wird der fünfmalige Pro Bowler in Los Angeles in nur einem Jahr verdienen, außerdem kann er durch gute Leistungen noch eine weitere Millionen Dollar kassieren.

Faktor Zwei: Sportliche Perspektiven

Neben ihrer seit der letzten Saison besten Offense der Liga konnten die Rams Ndamukong Suh eine Defense – Abteilung voller Spieler mit einem riesigen Potential anbieten. Neben Aaron Donald (bester Defensive Tackle der NFL 2017) hatte Suh die Perspektive mit den Cornerbacks Aqib Talib und Marcus Peters gemeinsam seinen Dienst zu verrichten. Eine solche, durch Suh als letztes Puzzlestück vollständige, brandgefährliche Defense verspricht in Kombination mit der besten Offense der Liga vor allem eines: dass die Rams eine sehr realistische Chance auf den nächsten Super Bowl haben werden.

Faktor Drei: You Think You Are A Movie Star

Um noch eine riesige kalifornische Kirsche auf diese Sahnetorte zu setzen, luden die Rams Ndamukong Suh kürzlich zu einem Dinner in das Edelrestaurant Nobu am Strand von Malibu ein. Dieser reiste gemeinsam mit seiner Freundin an und traf auf den Rams – Owner Stan Kroenke, Head Coach Sean McVay und General Manager Les Snead. Es wurde gelacht, gespeist und von Seiten der Franchise klar signalisiert, dass man alles tun würde, um Suh das Umfeld zu geben, das er braucht um perfekte Leistungen abzuliefern. Als dann auch noch ganz zufällig Hollywood – Prominenz in Form von Chris RockDavid Spade und James Corde an den Tisch kam, war es um Ndamukong Suh endgültig geschehen.


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Die Stunde der Geldkünstler

Auch Beckham werden die Rams den Glanz von Hollywood und die Pespektive auf den ersten Super Bowl – Ring seiner Karriere anbieten können. Nicht ganz so einfach wird das in Sachen Geld: mit gerade einmal 10 Millionen Dollar verbleibendem Cap Space wird die Franchise durchaus kreativ müssen, um OBJ zu geben, was er erwartet. Wer aber die Kreativität der Front Offices in der NFL kennt, weiß, dass dies trotzdem nicht unmöglich ist.

Der letzte New Yorker Giant, der Odell Beckham persönlich gesehen hat, ist der neue Head Coach Pat Shurmur. Beide trafen sich ausgerechnet in Los Angeles, wo OBJ mal wieder die Preseason verbringt. Der 25jährige schwärmte seinem Coach mit leuchtenden Augen von den Restaurants und Stränden in der Stadt der Engel vor. Er war glücklich.

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Fotos: Steven Straiton und Stig Nygaard, veröffentlicht unter der CC BY 2.0 – Lizenz. Es wurden keine Änderungen vorgenommen.

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