Brett Favre
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Brett Favre geht es schlechter, warnt vor Football

Die zuletzt wieder zur Ruhe gekommene Diskussion rund um die durch Gehirnerschütterungen ausgelöste Hirnerkrankung CTE ist nach einem Auftritt des besten Quarterbacks aller Zeiten, Brett Favre, in dieser Woche erneut entflammt. Der 11malige Pro Bowler beklagte sich über seinen zunehmenden geistigen Verfall und warnte erneut davor, Kindern das Football spielen zu erlauben.

Brett Favre hat Angst. Große Angst. Schon seit 2013 gehört der legendäre Packers – Quarterback zu den ersten Football – Spielern, die öffentlich vor den damals noch kaum bekannten Konsequenzen wiederholter Gehirnerschütterungen warnen. Dass diese in einem direkten Zusammenhang mit der schweren Hirnerkrankung CTE stehen, dürfte nach der vielfachen Auswertung von gespendeten Gehirnen verstorbener NFL – Spieler mittlerweile als erwiesen gelten.

Über mögliche erste Anzeichen der Krankheit bei sich selbst berichtete Favre am vergangenen Donnerstag in der NBC – Talkshow „Megyn Kelly Today“. So leide er unter einem zunehmenden Verlust seines Kurzzeitgedächtnis, wodurch er sich beispielsweise an kein einziges Fußballspiel seiner Tochter mehr erinnern könnten. Auch einzelne Episoden seiner Karriere seien mittlerweile wie ausgelöscht.

Favre, der zwischen 1992-2010 in der NFL für die Packers und Vikings angetreten war, berichtete bei Megyn Kelly von einer damaligen Kultur der Härte, in der Spieler als Weicheier bezeichnet wurden, wenn sie Spiele wegen einer Gehirnerschütterung verließen. In dieser Zeit seien es nur die harten, bis an die Grenze zur Selbstverletzung spielenden Spieler gewesen, die eine realistische Chance auf eine Position in der NFL gehabt hätten.

Zu den sicherlich markantesten Aussagen des denkwürdigen Interviews gehörte indes die explizite Warnung Favres in Richtung von Eltern, ihren Kindern nicht zu erlauben, Football zu spielen: “The brain and just the skull itself, for (8- to 15-year-olds), and maybe even older, is not developed enough and they should not be playing tackle football“, führte er aus. So lange es keine Heilung von CTE gäbe, sollten auch Eltern die Gesundheit ihrer Kinder nicht riskieren. Seinem Sohn rate er definitiv vom Football ab.

Mit diesen Worten unterstrich er erneut gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit, was der Entdecker von CTE, der Neurologe Dr. Ben Omalu, seit 2015 unermüdlich wiederholt – dass es nicht nur keinen gesunden Football gäbe, sondern dass Football spielende Kinder „die Definition von Kindesmisshandlung“ erfüllen würden.

Hier kannst du dir nochmal das ganze Interview ansehen:

Noch mehr Hintergründe zu den Thema Gehirnerschütterung im Football kannst du hier erfahren: „Gehirnerschütterungen sind die dunkle Seite des Football“

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Foto: The U.S. Army, veröffentlicht unter der CC BY 2.0 – Lizenz. Es wurden keine Änderungen vorgenommen.

2 Kommentare

    1. Keineswegs, du hast ja vollkommen recht. Es gibt eine Menge weitere Sportarten wo das ein Problem ist, aber das hier ist ein Magazin über Football – und ganz nebenbei hat unsere Sportart abgesehen vom Boxen ein viel größeres Problem was dieses Thema angeht.

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