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Saison für die Giants endgültig vorbei: was wir wissen

Der Gameday am vergangenen Sonntag dürfte wohl zu den tiefsten Stunden in der Geschichte der Franchise gehört haben, denn die Giants mussten zuhause gegen die Los Angeles Chargers bis zum vierten Viertel den Ausfall fast des gesamten Wide Receiver Corps verschmerzen. Ihren endgültigen Höhepunkt erreichte die New Yorker Tragödie dann als sich Odell Beckham Junior nach einem fehlgeschlagenen Catch – Versuch derart verletzte, dass er weinend und mit einem gebrochenen Knöchel abtransportiert werden musste. Die Probleme der Giants liegen indes weit tiefer.

Fassen wir kurz zusammen: die Giants stehen mit Ihrer Niederlage vom Sonntag derzeit bei 0-5 und hatten nach dem Gameday mit dem ungedrafteten Free Agent Roger Lewis nur noch einen sehr mittelmäßigen Wide Receiver am Start. Eli Manning lies das Management bisher von einer derart schwach performenden Offensive Line um dem gerade erst gesundeten Bobby Hart beschützen, dass man dem Quarterback auch einfach ein paar Abbilder der Statue seines Bruders vor die Füße stellen könnte.

Kein Wunder also, dass sich am Montag die Nachrichten aus dem Giants – Lager überschlugen. So wurde als erstes der einst in die Practice Squad verbannte Fan – Liebling Travis Rudolph zum Wide Receiver promoted. Ein solcher Move macht absolut Sinn, wenn man bedenkt wie gut der ehemalige Florida State – Spieler mit neun gefangenen Pässen für 157 Yards in der Preseason performte. Seine Beliebtheit verdankt der 22jährige aus West Palm Beach einem Besuch einer High School, während dem er sich beim Mittagessen unvermittelt neben einen im Speiseraum ganz alleine sitzenden, autistischen Jungen setzte. Die Reaktion der Mutter des Jungen auf Facebook erregte soviel Aufmerksamkeit, dass die Geschichte auf den Nachrichtensendern in den gesamten USA für Wochen rauf- und runtergespielt wurde. Nachdem Rudolphs Vater Daryll dann noch kurz vor dem NFL Draft 2017 erschossen wurde, schaffte es der zunächst ungedraftete Wide Receiver dann noch zu den Giants.

Dass die Giants sich in einem Zustand nackter Verzweiflung befinden wurde dann spätestens mit der Verkündung der zweiten Personalie klar. So wurde der Veteran Tavarres King, der vor gerade einmal drei Wochen gefeuert worden war, wieder unter Vertrag genommen. Die damalige Entlassung kam nicht von ungefähr, denn seit seiner starken 2016er – Saison schaffte es der Wide Receiver nach einer Knöchelverletzung nie wieder zu seiner alten Form. Richtig gelesen, Knöchelverletzung.

But wait, there is more! Vor wenigen Stunden haben sich auch die Hoffnung derjenigen zerschlagen, die noch fest an ein Comeback des am Sonntag verletzten Wide Receiver Korps glauben. So verkündete Brandon Marshall per Instagram, dass seine Knöchelverletzung so schwer ist, dass er operiert werden und die Saison damit beenden muss.

Auch wenn die Franchise letztlich also unfassbares Pech hatte und sich Verletzungen wirklich schwer prophezeien lassen, ist einfach offensichtlich, dass das Problem der Giants wesentlich tiefer und struktureller sitzt. So schafften es in den letzten Monaten weder General Manager Jerry Reese noch Head Coach McAdoo irgendwie, das Team auf Kurs zu bringen. Während es Reese mit katastrophalen Picks wie Brandon Marshall oder Eli Apple einfach nicht gelingt, vernünftiges Personal an Land zu ziehen, vermag es Ben McAdoo nicht, sein eigenes Team zusammenzuhalten. Statt einer unter einem gemeinsamen Ziel vereinbarten Squad hat es der Head Ziegenpeter der Giants so mit einem Häuflein bockiger Individualisten zu tun, sich lieber in die Endzone pinkelnd selbst inszenieren als wirklich zusammen zu halten. Nicht erwähnt sei an dieser Stelle die Situation der Giants – Defense. Nur soviel: am Sonntag verließ Dominique Rodgers-Cromartie nach wenigen Minuten Spielzeit unter Schmerzen das Spielfeld und pfefferte wütend seinen Helm durch die Gegend. Richtig gelesen, der Cromartie, eine der zentralen Figuren der New Yorker Defense.

Lets face it – das Ding ist durch für die Giants in 2017 durch und es bleibt nur zu hoffen, dass Owner John Mara endlich auf die zahlreichen Rufe der Presse und Fans reagiert, radikal durchgreift und die gesamte Management – Ebene bis zum Head Coach neu besetzt.

Am schlimmsten sind die Ereignisse aber letztlich für Odell Beckham selbst. Denn abgesehen davon, dass der Wide Receiver nun den Großteil der Saison nicht mehr spielen können wird, dürfte ihm auch im Moment seiner Verletzung klar geworden sein, was ihm jetzt entgeht: jede Menge Geld. War zuvor noch die Rede von Rekordsummen und einem gigantischen Gehalt als Bedingung für einen neuen Vertrag zwischen der Franchise und OBJ, wird man sich jetzt wohl schnell zu schlechteren Bedingungen handelseinig werden. Was das mit dem 24 Jahre alten Mann macht, bleibt abzuwarten.

Foto: Guain Bolisay, veröffentlicht unter der CC BY-SA 2.0 – Lizenz. Es wurden keine Änderungen vorgenommen.

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