Raiders im Beastmode?
Oakland Raiders

Sind die Raiders jetzt eigentlich im Beastmode?

Die Rückkehr von Marshawn Lynch in die NFL war eine Sensation – entsprechend groß sind jetzt die Erwartungen an seine neue Heimat bei den Oakland Raiders. Grund genug also, mal genauer nachzusehen wie die Dinge in Kalifornien gerade so stehen.

Sie kommen nicht zur Ruhe: nach dem Wirbel um den Umzug der Raiders von Oakland bangt man in Kalifornien nun vor allem, dass der seit einem Jahr inaktive Lynch, der zuletzt bei den Seattle Seahawks spielte, noch auf dem Platz performen kann. Glaubt man Jack Del Rio, dem Headcoach der Raiders, sieht das bisher gar nicht so schlecht aus. So erklärte Del Rio gestern in einem Interview gegenüber dem NFL – Network dass Lynch motiviert sei und bereits außerhalb der Saison trainierte. Weil Beastmode, der in Oakland aufgewachsen ist, in Zukunft die wegen des Umzugs verärgerten Fans der Franchise bei der Stange halten soll, ist die Wichtigkeit dieser Nachricht gar nicht genug zu betonen. So weit, so gut also – aber wie sieht es in der Defense aus, die zu den großen Schwachstellen der Raiders im letzten Jahr gehörte?

Nun, irgendwie scheint man es in Oakland nicht mit der Ruhe zu haben, denn mit Gareon Conley, dem neuen Cornerback der Raiders laden sich die Kalifornier gleich die nächsten Probleme mit auf. Conley hatte es im Draft nämlich vor allem schwer gepicked zu werden weil ihm derzeit die Vergewaltigung einer Frau vorgeworfen wird, was er aber vehement bestreitet. Athletisch betrachtet ist der Neuzugang von den Ohio State Buckeyes aber definitiv ein Zugewinn, denn mit auf 1,83 m verteilten 88 Kilo gehört er zu den schnellen, agilen Playern und erlaubte in seiner Bretterbude lediglich eine Completion Rate von 37%. Analysten sehen ihn insgesamt zwar als talentiert, aber noch bei weitem nicht ausgereift.

Während sich die Cornerback – Situation nun also vorübergehend geklärt hat, hat sich auch ein 1,92 m und 100 Kilo schweres Licht bei den Linebackern in Form von Marquel Lee aufgetan. Wobei, sollte es an dieser Stelle nicht besser Stadionbeleuchtung anstatt Licht heißen? Fakt ist jedenfalls, dass Lee, der direkt von den Wake Forest Demon Deacons kommt (einem der besten Teams der NCAA) mit 105 Tackles und 7,5 Sacks in der letzten Saison eine eindrucksvolle letzte Saison vorweisen kann. Leuten, die mit dieser Zahl nichts anfangen können, sei mit dem folgenden Vergleich geholfen: Luke Kuechly von den Carolina Panthers, dem man nachsagt einer der besten Linebacker der NFL zu sein, kam in der letzten Saison auf 102 Tackles und 2,0 Sacks. Trotzdem gibt es auch in Sachen Lee wegen einer gerade erst ausgeheilten Fußverletzung ausreichend Grund zur Sorge. Nimmt dazu noch, dass dem Linebacker eine nur mäßige athletische Verfassung, respektive Lahmarschigkeit nachgesagt wird, bleibt tatsächlich abzuwarten wie sich die Dinge in der Position entwickeln.

Ergänzend dazu wird die Defense der Raiders künftig auch durch die Draft Picks Obi Melifonwu (Defensive Back, in England geboren), Eddie Vanderdoes ( Defensive Tackle, Knieprobleme in der Vergangenheit), Treyvon Hester (Defensive Tackle, flexibel in der Defense einsetzbar) und Shalom Luani (Safety, ehemaliger Fußball – Nationalspieler von amerikanisch – Samoa) verstärkt werden.

Und dann war da ja noch Latavius Murray, welcher zwar in der letzten Saison der fünft beste Runningback der NFL war, aber in der kommenden Saison trotzdem nicht mehr bei den Raiders spielen wird. Auf der offensiven Position rückt ein Spieler nach dessen Name in der College Liga in einem Atemzug mit dem Wort grobschlächtig genannt wird: Elijah Hood. Der 21jährige, dessen Dimensionen definitiv Coach Esumes´ Definition von „dralles Ding“ entsprechen, war offensichtlich tief bewegt davon gepicked worden zu sein:

Vorerst wird sich Murray aber noch mit der Practice Squad abfinden müssen, weil aus Sicht des Trainerstabs zunächst statt dem Angreifen das Abnehmen für den jungen Mann auf dem Plan steht.

Weitere Neuzugänge in der Offense: David Sharpe (Offensive Lineman, über zwei Meter groß und 151 Kilo schwer, dafür angeblich auf dem rechten Auge blind) und Jylan Ware (Offensive Tackle, ebenfalls über zwei Meter, aber noch Kandidat für die Practice Squad).

Gemessen an den vielen Fragezeichen im Kader dürfte die NFL – Saison 2017 / 2018 für die Fans der Oakland Raiders also einer der spannendsten überhaupt werden. Ja, es hängt jetzt viel ab von der Performance des Marshawn Lynch, aber es ist keineswegs abwegig, dass dieser explodieren wird, alleine schon weil er jetzt für seine Heimatstadt spielen darf. Auf Seiten der Draft Picks finden sich mit Marquel Lee und Elijah Hood außerdem weitere interessante Neuzugänge im Roster, die, wenn sie sich richtig entwickeln, einen wichtigen Ersatz darstellen könnten. Abschließend bleibt zu ergänzen, dass die Raiders mit ihrem Umzug gerade die Loyalität ihrer Fans massiv auf die Probe stellen – revanchieren könnte sich die Franchise mit sportlichem Erfolg. Das weiß man übrigens auch in Oakland.

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